Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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6sv Anhang einiger historisch-critischm

weder zu bestätigen, oder zu verdammen. Warumunterwarfen sich die Arianer der nicänischen nicht?Das Orakel hatte gesprochen; allein man hielt es nichtfür unfehlbar. Augustinus sagt ausdrücklich, daß ei-nige von den ersten allgemeinen Versammlungen vonden nachfolgenden verbessert würden, und er nimmtin seinem Streite mit dem Marimus weder die nicä-uische noch die ariminensische Versammlung zum ober-sten Richter an *. Gesetzt also, daß die römischen Bi-schöfe bey den allgemeinen Kirchenversammlungcn alleMacht gehabt hatten, die sie sich zueignen, was würdensie dabey gewinnen? Würden diejenigen unter ihren Leh-ren, die sich nur auf menschliche Zeugnisse gründen,gewisser werden? Warum sollen wir diese oder jeneMeynungen annahmen ? Weil sie von der Kirche,vonden römischen Bischöfen, und von allgemeinen Ver-sammlungen angenommen worden sind? Man glaub-te in den ersten Zeiten der Kirche, daß dreyhundertund achtzehn Bischöse eben sowohl irren könnten, alseiner. Ein einziger Paphnutius verhinderte bey deransehnlichen nicänischen Versammlung, daß nicht drey-hundert und siebzehn Bischöfe irrten, und die Ehe derPriester für unerlaubt erklärten Was werden alsoden Lehrern der römischen Kirche für Beweise übrigbleiben, wenn sogar allgemeine Kirchenvcrsammlungennicht unfehlbar sind, und wenn ihr Bischof zu keinerZeit das Ansehen bey denselben gehabt hat, das sie ihmzueignen?

Die Lehrer der römischen Kirche nehmen an, daßder Apostel Petrus der erste Bischof in Rom gewe-sen

* ^uxuK. libr. II. cle Laptilmv contr. Oon»t. c. z, Lcjibr. z. conrr. IVlsxim c. 14.** 8oiomemis Ubr. I. c. ,z. Läir. 8rexK.