Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
603
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Abhandlungen. 6v?

Der andre Grund des Bischofs für die Ho-heit des römischen Bischofes ist der Vorsitz, welchenPetrus bey der ersten Versammlung der Apostelgeführt haben soll. Eben diesen Vorzug sollenseine vorgegebnen Nachfolger bey allen großen Kir,chenversammlungen der ersten Zeiten gehabt haben.Die Apostel, sagt Bossvet, hatten das erste Con-cilium zu "jerusalem, wo der heilige perrus zu-erst redec, wie er überall thut. Wir wollen al-so die Einrichtung der ersten Kirchenversammlung be-trachten , und sehen, was Petrus für einen Rang/ undfür Ansehen dabey gehabt habe.

Die Kirche fing kaum an, gepflanzt zu werden,als sich schon Menschen fanden, welche eine Religionmit der andern vermengen wollten. Paulus und Bar-nabas hielten sich zu Antiochien auf, als einige ausJudäa herabkamen, und die Brüder lehrten, daß sienicht selig werden könnten / wenn sie sich nicht nach derWeise Mosis beschneiden ließen. Ihre Ehrfurchtgegen die Religion ihrer Vorältern war allzugroß,als daß sie hatten eine Ceremonie, die in dem altenBunde so heilig war, sogleich aufgeben sollen. Pau-lus und Barnabas widersetzten sich ihnen; allein manhielt sie allein nicht für fähig, diesen Streit zu entschei-den, und die Gemeine ordnete, daß Paulus undBarnabas und etliche andre nach Jerusalem zu denAposteln und Aeltesten um dieser Frage willen hinauf-reisen sollten. Diese Gemeine zu Antiochia mußtewohl von der Hoheit Petri noch nicht unterrichtet seyn.Wenn Petrus der sichtbare Statthalter Christi war,so durfte man sich nur allein an ihn wenden, und manhatte nicht nöthig, eine Gesandtschaft an alle Apostelund Aeltesten abzuordnen. Nach der Ankunft Pauli

und