Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
604
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6o4 Anhang einiger hiftorisch-critischen

und Barnabä vcrsammlete sich die Gemeine mit denAposteln und Aeltesten. Die Lehre der gläubigen-den wurde untersucht, und man stritt lange Zeit, oh-ne einig zu werden. Endlich stund Petrus auf; erwar aber nicht der erste, welcher sprach. Da mansich lange gezankt harte, heißt es, stund Pe-trus auf. Petrus 'redete, aber nicht als der erste,sondern als ein Apostel, welchen Gott selbst schon in

ilpsstg. ü. eje,-n Gesichte gelehrt hatte, keinen Menschen ge-mein und unrein zu heißen, welcher vielleicht inPauli und Barnabä Gegenwart zeigen wollte, daß er

Tal.-,ii. nicht mehr mit den Juden heuchelte,wie er einmalu-k- z Antiochien gethan hatte, und daß er die von derVefchneioung nicht mehr fürchtete. Er giebtsich in seiner Rede nicht das geringste Ansehen, under spricht, als einer, der nur seine Meynung vortragt,und sie durch Erfahrungen und Gründe bestätigt. 5Virglauben, sagt er, durch die Gnade des HerrnJesu Christi selig zu werden, gleicher tVeise,rvie auch sie. Petrus war nicht anders anzusehen,als Paulus und Barnabas , welche nach ihm aufstun-den, und erzählten, was Gott durch sie für große Zei-chen und Wunder unter den Heiden gethan hatte. Ja-cobus aber war es, welcher sagte: Ich beschließe, daßman denen, fo aus den Heiden zu Gott sich be-krhren, nicht Unruhe mache. Vermuthlich beschloßer darum in dem Namen der ganzen Gemeine, wasden Heiden geschrieben werden sollte, weil er besondersder Apostel der Beschneidung gewesen zu seyn und sei-nen beständigen Silz zu Jerusalem gehabt zu habenscheint. Wenn also ein Apostel bey dieser Versamm-lung der Erste und Vornehmste gewesen seyn sollte, sowar es nach den äußerlichen Zeichen JacobuS, undwenn man die Jünger Jesu zu Bischöfen machen will,

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