Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
605
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Abhandlungen. 6^5

so verdiente wohl der den ersten Rang, der der Bi-schof der Kirche zu Jerusalem , als der Mutter allerKirchen, war. Wollte man nach der Weife der römi-schen Lehrer schließen, die den unter den Aposteln zumObersten machen, der zum ersten gcnennt wird, so warJacobusso garüberPetrum. Denn da Paulus in sei-nem Briefe an die Galater von drey Seulen redet, sonennt er erst Jacobum, dann Petrum, dann Johan-nem. Es erkannten die Gnade, die mir gege- Gal.ben war, Jacobus undZxephas, und Johan-nes, die für Geulen angesehen waren. Alleinwir, die wir in unsren Gemeinen glauben, daß dieKirche auf keines Menschen Ansehen, sondern aufChristum gegründet sey, überlassen solche Schlüsse de-nen, welche glauben können, daß die Wahrheit unterge-hen würde, oder ungewiß werden könnte, wenn sich nurGott allein ihrer annähme, und nicht einen unter denMenschen besonders aussuchte, deiner sie anvertraute.Wir halten den Apostel Petrus nichc höher, als er sichselbst gehalten hat. Es war sein Charakter nicht, demü-thiger zu seyn, als er zu seyn Ursache hatte, und wennihm Christus eine vorzügliche Gewalt und Hoheit überdie andern Jünger gegeben hätte, so war seinePflicht, einer Ehre, die einen göttlichen Ursprung hat-te, nichts zu vergeben. War Petrus so weit über dieandern Apostel erhaben, als man vorgiebt, warumwar das Synodalschreiben der versammelten Kirchenicht in seinem Namen abgefaßt? Warum heißt esnur: N)ir,die Apostel, und?le!teften,und Brü-der? Man muß erstaunen, daß das Vorurtheil füreine Meynung die Menschen dahin bringen kann, etwasfür sich anzuführen, was offenbar wider sieist. Gerson*und viele andre Catholiken haben schon eingesehen,

daß

* LLrldn rom, II, opp.col. 11,.