6c>6 Anhang einiger historisch britischen
daß Petrus bey dieser Versammlung der Apostel nichtder Vornehmste gewesen sey.
Man kann diese Versammlung eine allgemeine nen-nen, weil die Stifter der Kirche, die Apostel, dabeyzugegen waren; man wollte denn annehmen, daß schoneinige von ihnen unter die Heiden gegangen waren,indem nicl^t ausdrücklich gesagt wird, daß sich noch alleApostel zu Jerusalem aufgehalten haben. Nach die-ser Zusammenkunft verflossen dreyhundcrt Jahre, ehewieder eine allgemeine Kirchenversammlung angestelltwerden konnte. Unterdessen hatten die römischen Bi-schöfe Zeit, selbst mitten unter den Verfolgungen ehr-geizig zu werden, und einen Vorzug über andre Bi-schöfe sich anzumaßen. Rom war die Königinn un-ter den Städten der Welt; man darf sich nicht wundern,wenn bey einigen Bischöfen dieser Stadt zuweilenein heimliches Verlangen erweckt wurde, Könige un-ter den Bischöfen zu werden. Die Menschen sind soeitel, daß sie der kleinsten Vortheile wahrnehmen, dieihrem Stolze schmeicheln können; die Religion istui'cht allezeit machtig genug, diese Eitelkeit zu unter-drücken, da sich die Menschen ihrer Gewalt wider-setzen. Die Bischöfe in den übrigen Diöcesen erwie-sen den römischen eine Ehre, die sich auf diesen Vor-zug der Stadt Rom vor andern Städten gründete,ohne sich im Grunde für geringer zuhalten. Dicfc Eh-re hatte aber niemals das Ansehen einer Unterwürfig-keit. Sie beriefen die Bischöfe und Priester, die »n-ter ihnen stunden, ohne die Einwilligung des römi-schen Bischofes zu verlangen, und die Verordnun-gen ihrer Zusammenkünfte waren ohne seine Bestäti-gunggültig. Man hatte auch für die Verordnungender Päbste und ihrer Bischöfe nicht die geringste Ach-tung,