Abhandlungen. 609
die Christen, daß dazumal ein römischer Bischof inder Welt nicht so viel Aufsehen machte, als in der Kir-che; sie würden sonst nicht mit den Vorwürfen derGötzendiener verschont geblieben seyn. Der BischofVofsver, welcher sorgfaltig genug ist/ eine Kleinigkeitanzumerken und geltend zu machen, wenn sie dem soge-nannten apostolischen Sitze in Rom zur Ehre gereichenkann,hat von diescrAufführung desVictor nichts gedacht,ohne Zweifel darum, weil cr für die Ehre feines ober-sten Bischofes besorgt war, die durch diese Geschich-te eben keinen Glanz erhalt. Die nachfolgen-den Bischöfe im dritten Jahrhunderte hatten eben sowenig Ansehen bey den Kirchenversammiungen Verän-dern Bischöfe, und man achtete ihren Bann nicht.Die Streitigkeiten des heiligen Cyprianus mitden römischen Bischöfen, dem Cornelius und Ste-phanus, sind allzubekannt, als daß die Mühe wohlangewendet seyn sollte, die sich Bojjver gegeben, dieganze Geschichte davon mit gelinden Ausdrückungenvorzutragen. Cyprian , dieser große Carthaginensi-sche Bischof gab nicht zu, daß der römische einige Ho-heit über andre Bischöfe hatte. Er glaubte, daßGott allein der Richter wäre, welchem sie von derVerwaltung ihres Amtes würden Rechenschaft gebenmüssen. Er setzte sich dagegen, wenn einige, die un-ter seiner Aufsicht stunden, von dem römischen Bi-schöfe gerichtet seyn wollten, weil sie ihn für höherhielten, als die africanischen Bischöfe *. Als einigeZeit darauf die Frage aufgeworfen wurde, ob man die-jenigen, welche von Ketzern getauft worden waren,noch einmal taufen sollte, so wurde in zwo africani-schen
* Lyxrlim. ex. 59. ex. ?».