Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
610
Einzelbild herunterladen
 

6iQ Anhang einiger historisch - critischen

sehen Kirchenversammlungen beschlossen, daß eineneue Taufe nöthig wäre. Diejenigen, welche der Ke-Hergeschichte der damaligen Zeiten kennen, glauben,daß die Africaner starke Gründe für ihre Meynunggehabt haben. Fast die meisten damaligen KeHcrleugneten die Gottheit unsers Erlösers. Die Taufesollte in dem Namen des dreyeinigen Gottes gesche-hen, und dieses war unter den Rechtgläubigen eine allge-meine Lehre. Konnte also eine Taufe gültig seyn, wel-cher die wesentlichsten Eigenschaften fehlten? DieMeynung des heiligen Cyprians war also von der Mey-nung derjenigen weit unterschieden, welche dafür hiel-ten, daß alle diejenigen von neuem getauft werden müß-ten, welche von dem Christenthums abfielen, und sichhernach ihren Abfall reuen ließen. Alles dieses aber hieltden römischen Bischof, Srephanus, nicht ab, die afri-kanischen Kirchen und den heiligen Cyprian von derGemeinschaft mit seiner Kirche auszuschließen. Erhatte aber keine Nachfolger; die orientalischen Bi-schöfe unterhielten die Gemeinschaft ihrer Kirchen mitden afrikanischen, und sie befürchteten den Vorwurfnicht, daß sie mit Gott uneinig würden, wenn sie mitdem römischen Bischöfe nicht einig wären. Firmi-lian, der auch ein Bischof war, gieng noch weiter,und beschuldigte sogar denStephanus einer offenbarenThorheit *. Cyprian , welcher doch seinen Rech-ten niemals etwas vergab, bezeigte eine vielgrössere, und einein christlichen Lehrer anstandigereMäßigung. Er verdammte diejenigen nicht, welchevon seiner Meynung abgiengen. Seine Worte ver-dienen angeführt zu werden, die er zu den afrikani-schen Bischöfen sagte: N)tr wissen, sagt er, daß

einige

* Lx?r»n. ex. 75. Luleb. Lecl. Kbr. 6. c. z.