Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
611
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Abhandlungen. 6n

einige ihre schon angenommne Meynungennicht ablegen, sondern dasjenige, was ihneneigen und einmal gewöhnlich ist, beybehalten,ohne das Band des Friedens und derEinigkercuncer Collegen zu trennen. lVir thun daherniemanden Gewalt an, und schreiben keinemGesetze vor, da ein ieder in der Aufsicht seinerRirche seinen freyen lVillen hat, und Gort da-für Rechenschaft geben rvird *. Das Verfah-ren des Stcphanus ist selbst von seinen Nachfolgernnicht gebilligt worden. Cypn'an wird in Rom alsein heiliger Märtyrer angebetet, und man richtet Ge-bete an ihn, da hingegen Stephanus ganz vergessenist. Die Gelehrten der römischen Kirche wissen sichhier nicht zu helfen. Der Cardinal Sfondrarinimmt zur Unwissenheit des heiligen Cyprians seineZuflucht: Cyprian hat den römischen Bischofnicht für unfehlbar gehalten; ich räume es ein.Denn zu der Zeit, da er inic einer Hiye, die ei-nem Märtyrer nicht anstandig war, sich dempabste entgegensetzte, war die Wahrheit vonder Unfehlbarkeit des pabstes noch durch keineallgemeine Zxirchenversammlung bekannt ge-macht und festgesetzt worden Petrus hattedsm römischen Sitze die Hoheit über die andern Bi-schöfe verliehen; man war aber in der ersten Kirche,was diese wichtige Sache betrifft, desto unwissender,je naher man den Zeiten der Apostel war, und manwar von den Verordnungen Petri nach achthundertJah-ren besser unterrichtet, als nach zweyhundert Iahren.Woherkam diese Unwissenheit?

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Lämon. II. Ls!U-e vinäicsra: äMrr. IV. F. z. x. 8c>5.