Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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615
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Abhandlungen. 615

Man weis, daß eine unzeitige Begierde, scharf-sinnig zu seyn, zugrübeln, und zu widerlegen, den An-us auffalsche Meynungen brachte, die zu einer gefährli-chen Ketzerey wurden,nachdem ihn die Hitze,alles,was ergejagt hatte, zu behaupten, erbittert und hartnäckiggemacht hatte. Mail weis die schrecklichen Unruhen,wo-mit seine Keherey die ganze Kirche erfüllte. Die Bit-ten, der Ernst und die Strenge seines Bischofes, unddie Schreiben des Kaisers, Constantin, des Großen,waren nicht vermögend, die Ruhe wieder herzustellen.Arius fand selbst unter den Bischöfen Anhänger, undda von den Hauptbischöfen dazumal keiner dem andernunterworfen war, so nahm das Uebel so sehr zu, daßihm nur allein durch eine allgemeine Versammlung al-ler oder der meisten Bischöfe Einhaltgefchehcn konnte.Der Kaiser ließ sie zn Nicaa in Bithynien versam-meln, und der römische Bischof hatte an diesem Be-fehle nicht den geringsten Antheil. Er und seineNachfolger waren in ihren Freyheiten und Rechten sounwissend, daß sie diesen Eingriff der Kaiser in ihreRechte billigten, und sie selbst sehr oft darum ersuch-ten. Dossvec eignet dem Bischöfe Sylvester denVorfiß in der Person seiner abgeordneten Priester,und des Hosl'us zu. Die Kirchengeschichtschrei-ber stimmen nicht mit einander überein, wer prasidirthabe. Einige lassen in der That den Bischof, Hofi-uS, von Corduba prasidiren, und man führt vornehm-lich für ihn an, daß er sich vor allen Bischöfen zuerstunterschrieben habe, und Gelasius Cyzicenuö, von demwir eine Geschichte der nicänischen Kirchenversamm-lung haben, sagt, daß er vor andern den Vorsitzals ein Legat des römischen Bischofes gehabt habe*'.

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* Lelst. chicen. 5M. Lone. t^c. Ubr. II. ?. 17.