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die Hoheit haben, als Leo; denn ihm wiederfuhr einegleiche, und fast noch größre Ehre *.
Man setzte von neuem fest, daß der Patriarch zuConstantinopel der erste nach dem römischen seyn sollte.Die Legaten des Pabstes protestirten wider diesen Aus-spruch; allein man achtete ihren Widerspruch nicht.Ein neuer Beweis von dem geringen Ansehen derPäbste auf den allgemeinen Kirchenversammlun-gen** !
Das Ansehen dieser chalcedonensischen Versammlungwar selbst nicht groß; es wurde bald bestätigt, baldverflucht, nachdem die Kaiser die Eutychianer schütz-ten, oder verfolgten, und die Ehre einer allgemeinenZusammenkunft konnte nicht verhindern, daß sich die-se Ketzerey nicht bis auf unsre Zeiten fortgepflanzt ha-ben, und den größten Theil der itzigcn griechischenKirche erfüllen sollte.
Man vergleiche mit dieser Erzählung, welche durchalle Kirchengeschichtschreiber bestätigt wird, dasjenige,wasBossvet von der chalcedonensischenKirchenversamm-tungsagt***: Die chalcedonensische Rirchenvcr-sammlung, ws Leo der Große sowohl wegenseiner Lehre/ als wegen des Ansehens seines Si-tzes den ersten Siy harre, verdammte denryches/ und den Dioscorus, seinen Deschüyer.Das Schreiben der Versammlung an ihn zeigtuns, daß er durch seine Legaten so präsidirle,wie das Haupt über seine Glieder herrscht.Diese Ehrenbezeugungen wurden allen großen Bischö-fen erwiesen; Hosius, selbst Athanasius , ehe er noch
Bischof
* 1Vlarc.<Ie(!<inc>8zc:. erlmp. I.5. c. 9 Concil.Tpli.aÄ.I-Lonc. (IKalced LonleÜ" 16. ssi. tlircl. rom.II.
*** S. s. Einleitung in die allg. Geschichte 149 S.