Abhandlungen. 655
Bischof geworden war, und andre große Lehrer derChristen hatten diesen Namen erhalten, ohne denVorsch gehabt zu haben.
Die Irrthümer der Eutychianer breiteten sich weitaus; sie theilten sich in vielerlei) Secten, in die Mo-notheisten, Monophysiten, Acephalen, Agnoeten, undandre Rotten mehr. Mit welchen Unruhen wurdedie Kirche nicht bestürmt! Alle diese Keßereyensuch-ten vornehmlich! das Ansehen der chalcedoncnsischenKirchenversammlung zu untergraben, und es gclai-gihnen, zum wenigsten in einigen Stücken bey der fünf-ten allgemeinen Kirchenversammlung, welche im 55zJahre nach Christi Geburt zu Constantinopel gehaltenwurde.
Man muß sich, wenn man sie beurtheilen will, einevollständige Vorstellung von ihrem Ursprünge, und vonden drey Capiteln machen, welche darauf verdammtworden sind. Zu den Zeiten des Kaiser IustinianS mach-ten die Anhänger des Origenes viel Aufsehen, und einervon ihnen, Theodorus, wurde sogar zum Bischöfe in Cä°sarien erwählt, und hatte die ganze Gnade des Kaiser Ju-stinians. Pelagius, einLegat des romischen Bischofes,war so ehrgeizig, daß er den Theodorus mit eifersüch-tigen Augen ansah, und damit er ihn kränken möchte,so hielt er bey dem Kaiser so lange an, bis er ein Cdictan den Mennas/ den damaligen Patriarchen in Constan-tinopel ergehen ließ, worimien Origenes verdammtwurde*. Theodorus empfand es wohl, daß den Pe-lagiuS nicht die Liebe für die Wahrheit, sondern seineEifersucht gegen ihn, angetrieben hatte, den Origenesverdammen zu lassen. Er willigte also darein,
weil
* liberal. Lrevisr. c. iZ.