Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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637
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Abhandlungen. 657

man weder eine Sylbe dazu noch davon thun sollte;diese Verordnung aber wurde nicht geachtet.

Vigilius, welcher damals Bischof in Rom war,wurde vom Kaiser zu der Kirchenversammlung inConstantinopcl eingeladen, oder es wurde ihm vielmehranbefohlen. Er gehorchte wider seinen Willen, und Be-lisarius nöthigre ihn mir Gewalt dazu Er ver-sprach den Bischöfen in Africa und Italien , standhaftzu seyn, und nicht in die Verdammung der drey Ca-pitel zu'ligen. Als er in Constantinopcl ankam,war er in der That sehr feurig, that den Mennas inden Bann, welcher mit seinen Bischöfen das Edict un-terschrieben hatte, und mußte es leiden, daß er wie-der in den Bann gethan wurde. Endlich gab er nach,wurde mit dem Patriarchen wieder ausgesöhnt, undwilligte schriftlich in die Verdammung der drey Ca-pitel . Facundus warf ihm öffentlich vor, daß er sichdurch Geld gewinnen lassen Beynahe der gan-ze Occidenc empörte sich wider dicfe Verdammung desPabstes, wodurch er bewogen wurde, seine Schriftwieder zurückzunehmen, und von neuem diejenigen vonder Gemeinschaft mit seiner Kirche auszuschließen,welche die drey Capitel verdammen würden

Endlich versammelten sich die Bischöfe; der- Kai-ser berief sie, und der Pabst hielt selbst darum an.EutychiuS, welcher Patriarch zu Constantinopel war,hatte den Vorsitz. Vigilius wollte nicht in die Ver-sammlung kommen, ob er solches gleich verspro-chen hatte; bald entschuldigte er sich mit der Krank-heit, bald mit der geringen Anzahl der abendländi-schen

* KpIK. LIer. Iral. ap, Illarä. rom. z> p, 47.?acun»1> conrr. I^ocian. p. 111.""kraizmem. äzinnilr.Hievä. »VlLU.»x^Iarä>rom. z. x. S.