6z8 Anhang einiger historisch-ctitischen
schen Bischöfe.Dem ungeachtet versammelten sich dieandern Bischöfe, weil die Abwesenheit eines einzi-gen den Aussprüchen der Rirche nicht nach-theilig seyn könnte, und die lDahrheic durchdergleichen Versammlungen offenbar werdenmüßte, indem ein ieder der Einsicht seines wach-sten nöthig härre^. Der Kaiser gab dem Pabstezwanzig Tage Bedenkzeit, worauf er seine Erklärungvon sich gab, worinnen er die Irrthümer des Theodo-ruö verdammte, seine Person aber geschont wissen woll-te, weil er in dem Schooße der Kirche gestorben wä-re. Sein Schreiben wurde nicht geachtet, und dieversammelten Bischöfe thaten in der achten Scßionden Ausspruch, daß dasjenige, was der Pabst ausge-sprochen hätte, nicht gültig seyn könnte, indem die Apo-stel alle versammelt gewesen wären, da sie wegen ei-niger Cerimonien des Gesetzes etwas entschieden hät-ten. Die drey Capitel wurden also verdammt, wie derKaiser solches verlangt hatte, und er verwies alle Bi-schöfe, welche die Aussprüche dieser Kirchenversamm-lung nicht unterschreiben wollten, ins Elend.
Vigilius, welcher unter denen war, die der Ver-sammlung und dem Kaiser ungehorsam waren, schieneine Zeitlang das Unglück, von seinem bischöflichenSihe entfernt zu seyn, muthig genug zu ertragen. End-lich aber wurde ihm sein Elend zu schwer; er machtees, wie alle seine Nachfolger in seinen Umstanden ver-muthlich gethan haben würden, und unterschrieb dieAussprüche der Kirchenversammlung so, wie sie es ver-langt hatte. Er bekannte in seinem Schreiben an denEutychius, den Patriarchen in Constcmtinopel, baßihn vorher der Teufel verblendet, und der Geist derZwietracht empört hätte, daß er die Wahrheit vor der
Ver-
*coll. Vlll.sx.ttürä.x.187. .