Abhandlungen. 659
Verwirrung, die in seinem Geiste gewesen wareMchrerkennen können, und daß er sich darum nicht fürch-tete, einen Wiederrufzu thun^.
Ich überlasse es meinen iesern st'lbst, aus der Ge»schichte dieser Kirchenversammlung zu schließen, wasman in den damaligen Zeiten von der Hoheit des rö-mischen Bischofes für Begriffe gehabt habe. Hiersehen wir einen Pabst, der von sich selbst bekennt, daßihn der Teufel verblendet, und der Geist der Zwie-tracht empört habe. Er gesteht, daß er irrt, so balder von seinem bischöflichen Sihe verwiesen wird, under hatte doch noch keinen Tod zu leiden. Was wür-den seine Nachfolger gethan haben, wenn ihnen ihreLander und Reichthümer wären genommen, und nichteher wieder gegeben worden, bis sie die Heiden wie-der aus dem Himmel verwiesen hatten, die sie als Hei-lige hinein gesandt haben? Würden ihnen diese Hei-ligen so lieb, als ihre Schätze gewesen seyn ? Hier istein Vigilius entweder so edel, oder so verzagt, daß er sichnicht fürchtet einen Miederruf zu thun, nachdem er,wie er sagt, die Wahrheit verkannt hat; ein Pabst,der sich selbst in den Bann gethan hat, indem er die»jcnigcn verfluchte, welche die drey Capitel verdammten;In der That ein unfehlbarer Pabst!
Die Eutychianer hatten die fünfte allgemeine Kir-chenversammlung verursacht; man kann sagen, daßsie auch die sechste zu Constcmtinopel verursacht haben;denn die Monotheliten waren,so zu sagen, nur ein Zweigvon der Eutychianischen Ketzerey. Paulus , ein Pa-triarch zu Constantinvpel, war der vornehmste Beschü-her diefer neuen Secte. Die Päbste, Theodor undMartin, hatten ihn schon von der Gemeinschaft mit ih-rer
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