Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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640 Anhang einiger historisch-critischen

rer Kirche ausgeschlossen, und der bischöflichen Wür-de entsetzt. Allein der Bann der römischen Bischöfewar schon verächtlich geworden; Paulus stürzte denAltar um, den die Legaten des Pabstes in Constanti-nopel hatten, ließ sie die Commum'on weder geben nochnehmen, einige schlagen, und andre ins Gefängnißsetzen. Er veranlaßte das Edict des Kaisers, wel-ches der Typus genannt wurde, worinnen er allenStreitenden ein Stillschweigen auflegte. Als Consianzstarb, so berief Constantin, der Bartige, eine allge-meine Kirchenversammlung. Sie versammelten sichim 669 Jahre nach Christi Geburt in dem Paläste,welcher Trullum hieß. Beda, Hincmar, Mari-anus Scotus , und vcrschiedne andre von den Latei-nern geben dem Patriarchen von Constautinopel, unddem MacariuS , dem Bischöfe von Amiochien, denVorsitz; Zonaras aber und andre Griechen erweisen die-se Ehre auch den Legaten des römischen PabsieS Aga-thon. Allein in der That hatten der Kaiser, und dieRichter, die er ernannt hatte, diese Würde. PabstLeo hat dieses selbst eingesehen; denn in der lateinischenUebersetzung, die er von dieser Kirchenversanmilungmachen lassen, findet man überall den Vorsitz dem Kai-ser zugeschrieben 5. Die Aufführung dieser Kir-chenversammlung erwirbt ihr eben nicht die größteEhrfurcht. Ein träumerischer Mönch rühmte sich,daß er mit seinem monothelitischcn Bekenntnisse einenTodten erwecken wollte. Sollte man glauben, daßeine so ehrwürdige Versammlung von Bischöfen ihreSeßionen unterbrochen hätte, den Erfolg dieses phan-tastischen Vorgebens anzusehen? Unterdessen hatte sie

von

' ^A. Lonc. Usrä, rom. z. x. 1479.