642 Anhang einiger historisch-critischen
unfehlbare Richter des Glaubens zu seyn, mit Gelderkauften? Und was soll man von denen sagen,welche nicht eher zu dieser Würde gelangten, bis dieTempel und Altäre mit dem Blute der Christen be-fleckt und entheiligt worden waren? Christus, dieses un-sichtbare Haupt seiner Gemeine, hat sie so sehr ge-liebt, daß er sein Lebeil für sie gelassen hat. Bey derWahl der vorgegebnen sichtbaren Haupter der Kir-che ist auch Blut vergossen morden; aber das Vlucder Gemeine. Dem ungeachtet aber erhebt Bossvet densogenannten apostolischen Sitz in Rom als denunveränderlichen Sitz der Wahr-heit.
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Von
den Begriffen, die man von der Kirchein den ersten Zeiten des Christen-thumes hatte.
ist vielleicht in der ganzen Gottesgelahrtheitkein Begriff, welcher durch die Uneinigkeitenund Streitigkeiten der Christen schwankender gewor-den ist, als der Begriff von der Kirche, so genau ihnauch die göttlichen Bücher unsers Glaubens bestimmthaben. Es ist desto nöthiger, daß man die verschied-nen Begriffe, welche man sich davon macht, und ih-re wesentlichen und unveränderlichen Eigenschaf-ten deutlich auseinander sehe und bestimme, da mandie wichriqe 5ehre darauf gründet, daß man außer derGemeinschaft mit der wahren Kirche keine Hoffnungzur Seligkeit habe. Die Bekenner der römischenKirche halten die ihrige allein für die wahre Gesell-