Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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648
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648 Anhang einiger historisch-critischen

als er sich von ihm entfernte, sogleich zu seinem Dienstewieder zurück. Seine Nachkommen wurden Ab-götter ; der Erdkreis schien mit Finsternissen über-schwemmt zu seyn, und man hatte meynen sollen, daß dieKirche ganz untergegangen wäre; aber Noah warnoch ein Prediger der Gerechtigkeit. Judäa , woGott wohnen wollte, war unter den Richtern und auchunter den Königen ganz abgöttisch; aber zu der Zeit,da ein Elias von den Knechten Gottes allein übrig zuseyn glaubte, hatten sich siebentausend Fromme erhal-ten, die ihre Knie vor dem Baal nicht beugten. Sieverdient aber katholisch oder allgemein genannt zu wer-den, weil sie sich vom Aufgange der Sonne bis zu ihremNiedergange ausbreitet, und alle Völker, welche sichzu ihr versammeln wollen / aufnimmt *. Es ist alsoein Misbrauch dieses Namens, wenn sich eine einzel-ne besondre Kirche denselben vor allen andern an-maßt.

Man rechnet die Fortdauer der Kirche unter ihrewesentlichen Eigenschaften. Die Mitglieder der römi-schen Kirche verstehen unter dieser Fortdauer die Fol-ge der Päbste und Bischöfe auf einander. Der BischofDossver mengt in seine sonst so vortrefflichen Betrach-tungen über die Kirche diesen falschen Begriff ein, vonwelchem die ersten christlichen Zeiten nichts wissen. Erführt zu seiner Bestätigung den Jrenäus an, wel-cher ihm gerade entgegen ist. Dieser heilige Lehrerversteht unter der Fortdauer der'Kirche die beständigeDauer ihrer Lehre und ihres Glaubens. N^an muß,sagt er, denjenigen Priestern folgen, welche mirder Nachfolge des Dtfchofchmnes die gewisse

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