Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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649
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Abhandlungen. 649

Salbung der Wahrheit empfangen haben;die andern, welche davon abweichen, sindfür verdachtig zu halten*. Ambrosius sagtausdrücklich, daß diejenigen das Erbtheilperri nicht haben, welche feinen Glauben nichthaben **. Es ist also der Glaube Petri das Kenn-zeichen von der Fortdauer der Kirche, und nicht dieäußerliche Nachfolge im Bischofthume. Ich kannnicht umhin, das herrliche Lob anzuführen, womit Na-zianzen die Verdienste des Athanasius erhebt. Atha-nasiue, sagt er, folgt dem Evangelisten Marcus,dem Stifter der alexandrinischen Kirche, nichtallein in feinem Siye, fondern vornehmlich inder Frömmigkeit nach. wenn man jene Nach-folge betrachtet, wie weit ist er nicht von sei-nem Stifter entfernt! N)enn man aber feine Ge-danken auf diese richtet, fo ist er gleich der Näch-ste nach ihm. Und das ist eigentlich für diewahre Nachfolge zu halten. Eine Nachfolge inder Würde ohne Glauben und ohne die Wahr-heit hat nur den Namen der Nachfolge; dieNachfolge im Glauben und in der Lehre aberist ihres Namens in der That und Wahrheitwürdig***. Wie oft wäre die Kirche nicht untergcgan-gcn,wenn ihre Fortdauer aufeincr ununterbrochen Fol-ge der Päbste beruht hätte! Wo war also die Kirche,da Liberius ein Arianer, Vigilius von sich selbst ver-dammt, und Honorius ein Monothelit war? Wowar die Kirche im zehnten, eilften, und den folgendenJahrhunderten ? Und wie ist Vossvet zu vertheidigen,Ss 5 wenn

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