Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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652 Anhang einiger historisch-critischm

an den Tempeln hingen, die doch von Menschen-händen bereitet waren. Euch fesselt, redete er sie an,eine verderbte Liebe zu den wänden; ihr ver-ehrt die Rirche Gottes in Gebäuden und Tem,peln; aber ihr thut übel. Mir sind die Berge,die Sümpfe, die Gefangnisse und Strudel sich-rer In dem alten Testamente hatte sich Gottnach der Schwachheit des jüdischen Volkes geeichter,und die Religion so versaßt, daß sie zugleich die Sin-ne der Menschen beschäffrigte. Die Opfer, dieVorbilder, die Kleidung der Hohenpriester, die Ein-richtung der Stiftshütte, alles fiel herrlich in die Au-gen, und füllte die Herzen mit Andacht und die Augenmit Verwunderung; mit einem Worte, die ganzeReligion hatte mehr äußerliche Pracht. Allein schonim alten Testamente wurden die Juden durch die Zer-störung ihres Tempels, durch die Entweihung allerheiligen Gefäße, und durch die Gefangenschaft, wosie ganz im Verborgnen anbeten mußten, deutlich ge-lehrt, daß die äußerliche Herrlichkeit kein wesentli-ches Stück der wahren Kirche ist. Der Heiland derWelt erschien, und er befahl denen, die ihm anhan-gen wollten, seinen Varer im Geiste und in derWahrheit anzubeten. Wo war die Herrlichkeit derKirche in den ersten drey Jahrhunderten, da sich dieChristen unter der Erde, in Holen, in Gräbern, inFelsen und in Wäldern versammeln mußten ?

Die untrüglichen Kennzeichen der wahren Kirchesind also eine unverfälschte Verkündigung der geoffen-barten Wahrheiten, und der ordentliche Gebrauch derSacramente, welche Christus selbst eingesetzt hat, den

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