Abhandlungen. 655
sten drey Jahrhunderten nicht über olle Bischöfe inItalien. Die Vorzüge dieser Kirche in Italien grün-deten sich darauf, daß Rom der Sitz des römisch?»Reiches war. Ein solcher äußerlicher Vorzug hat al,lezeit über diejenigen, welche außer der Kirche sind,und doch darüber urtheilen wollen, viel Gewalt. Mankann nicht beweisen, daß Aurelmn, ein Heide, dierömische Kirche für die einige allgemeine Kirche ge-halten habe. Allein wenn er solches gethan hätte, sowürde doch für sie in der That nichts daraus folgen.Dennda er von den Lehrender christlichen Religion kei-nen Begriff hatte, so mußte er nothwendig nach derMenge urtheilen, und diejenige für die größte Kirchehalten, welche die meisten Mitglieder hatte. Mankann ein gleiches vom Kaiser Constanz sagen. Erwar ein Arianer; der Bischof zu Rom , welcher in ei-nem großen Ansehen stund, war kein Arianer; waswar natürlicher, als der Wunsch, daß er den Athana-sius verdammen möchte? Die Wahrheit bleibeWahrheit, wenn sie auch nur von dreyen be-kannt wird; der Irrthum hat in sich selbst nichts, wo-mit er sich erheben kann; er ist also genöthigt, einäußerliches Ansehen zu suchen, wenn er nicht in seinemUrsprünge schon wieder vergehen soll.
Die wahre Kirche ist diejenige, welche vom An-fange her in der Wahrheit bestanden ist. Die Länge ih-rer Dauer macht sie nicht dazu, so wenig eineKeHereyWahrheit wird, weil sie alt ist. Die Reyereyen, S. 4,; S.sagt Bossvet, mochten anfangen, roas sie wollten,so konnten sie sich dock der Namen ihrer Srif«rer nicht entledigen. Vergebens enrrüsieren sichdie Sabelltaner, die pauüianisten, die Aricmer,
dis