Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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656
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656 Anhang einiger historisch-critischen

die pelagianer und andre über den Titel derParthey, den man ihnen gab. Die N)elr wolltenatürlich reden, sie mochten wollen oder nicht;sie bezeichnete eine iede Gecre mit dem Namendesjenigen, von den, sie ihren Ursprung harten.Das ist alles wahr; aber kein Sabellianer, Paullianist,Arianer, und Petagianer war seines Namens wegen einKetzer, sondern weil sie die Irrthümer derer annah-men, von dem sie ihre Namen hatten. Es ist fastkein Irrthum, welcher nicht so alt, als die Welt seynwill, und der nicht darzuthun versucht hat, daß er inS. 4»j S. allen Jahrhunderten gelehrt worden ist. Z^s istwahr, daß die ungläubigen Zxaiser die wahreRirche vornehmlich angegriffen haben.Allein we-der die Verfolgungen, noch die Wunder, die eine Ge-meine aufzeigt, noch die Märtyrer, noch der äußerlicheGlanz sind untrügliche Merkmale der wahren Kirche.Die Rechtgläubigen wurden verfolgt, wenn die Kai-ser arianisch waren; die Arianer wurden verfolgt,wenn die Kaiser die Rechtgläubigen beschützten.Da6 ist unleugbar. Alle Keßer rühmen sich,Märtyrer und Wunder gehabt zu haben. Die-ses geht so weit, daß selbst die römische Kirche dieMärtyrer der Keßer verkannt, und für Märtyrer derWahrheit gehalten hat. Wie viele Heiligen findet mannicht in den römischenVerzeichnissen,welche Irrgläubigegewesen sind. Alles, was nicht Wahrheit ist, ist keinuntrügliches Kennzeichen der wahren Kirche.

Ehe ich diese Betrachtung beschließe, so will ich einigevortrefflicheStellen aus einemBriefe des Herrn Spon,eines französischen reformirten Arztes, und großen Ken-ners der Alterthümer, an den Pater de la Chaise, denBeichtvater des vorigen Königes in Frankreich ,

anführen,