Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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658
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658 Anhang einiger historisch-critischen

dein Mitknecht, bete Gott an. Das ist also einneues Evangelium/ welches uns weder Iesuö Christusnoch seine Heiligen gelehrt haben.

Man würde eingesehen haben, daß die Feyerungdes Gottesdienstes in einer unbekannten Sprache seinAlter nicht höher zurückfuhren kann, als bis auf dieZeiten, wo die lateinische Sprache anfing, verderbtzu werden, lind daß in den ersten sechs Jahrhun-derten der Gottesdienst in einer Sprache gehaltenwurde, welche dem ganzen Volke bekannt war.

Man würde einsehen, daß die Priester oder Bi-schöfe, welche Namen im Anfange nur einem Amte ge-hörten, die Freyheit hatten, sich zu verheyrathen; daßdie meisten Apostel verheyrathet waren; daß sie cZ,,niemals verboten haben; daß verschiedne heilige Bi-schöfe und Priester in der ersten Kirche, ein heiligerSpiridion, ein heiliger Eupsichuö, Bischof von-sarien, ein heiliger GregoriuS, ein Sidoniuö Apol-linaris, Bischof von Clermont, ein NovatuS, undder heilige GregoriuS, der Vater des Gregorius Na-zianzenuS verheyrathet gewesen sind; daß das Gesetzwegen des ehlosen Lebens der Priester nur erst gegendas Ende des vierten Jahrhundertes, seit dein Pab-ste Siricus seinen Anfang genommen hat; daß es nurin der lateinischen Kirche angenommen worden ist;daßendlichdiemorgenländischenKirchen, welchesoalti,sind, als die römische Kircheist, keine Priester habenwollen, als die verheyrathet sind.

Man würde einsehen, daß die Mönche nicht altsind, daß man die Geschichte eines ieden Ordens,und die Zeit weis, wo er gestiftet worden ist. Manweis auch, in welcher Zeit die meisten Feste angeord-»net, die Fasten befohlen/ die Ceremonien eingeführt,

und