658 Anhang einiger historisch-critischen
„dein Mitknecht, bete Gott an. Das ist also ein„neues Evangelium/ welches uns weder Iesuö Christus„noch seine Heiligen gelehrt haben.
„Man würde eingesehen haben, daß die Feyerung„des Gottesdienstes in einer unbekannten Sprache sein„Alter nicht höher zurückfuhren kann, als bis auf die„Zeiten, wo die lateinische Sprache anfing, verderbt„zu werden, lind daß in den ersten sechs Jahrhun-derten der Gottesdienst in einer Sprache gehalten„wurde, welche dem ganzen Volke bekannt war.
„Man würde einsehen, daß die Priester oder Bi-schöfe, welche Namen im Anfange nur einem Amte ge-hörten, die Freyheit hatten, sich zu verheyrathen; daß„die meisten Apostel verheyrathet waren; daß sie cZ,,niemals verboten haben; daß verschiedne heilige Bi-„schöfe und Priester in der ersten Kirche, ein heiliger„Spiridion, ein heiliger Eupsichuö, Bischof von Eä-„sarien, ein heiliger GregoriuS, ein Sidoniuö Apol-„linaris, Bischof von Clermont, ein NovatuS, und„der heilige GregoriuS, der Vater des Gregorius Na-„zianzenuS verheyrathet gewesen sind; daß das Gesetz„wegen des ehlosen Lebens der Priester nur erst gegen„das Ende des vierten Jahrhundertes, seit dein Pab-„ste Siricus seinen Anfang genommen hat; daß es nur„in der lateinischen Kirche angenommen worden ist;„daßendlichdiemorgenländischenKirchen, welchesoalti,sind, als die römische Kircheist, keine Priester haben„wollen, als die verheyrathet sind.
„Man würde einsehen, daß die Mönche nicht alt„sind, daß man die Geschichte eines ieden Ordens,„und die Zeit weis, wo er gestiftet worden ist. Man„weis auch, in welcher Zeit die meisten Feste angeord-»net, die Fasten befohlen/ die Ceremonien eingeführt,
„und