Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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664
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664 Anhang einiger Worisch-critischen

gemischt haben, da man die neuere platonische Phi-losophie aus einem oft übertriebnen Eiser mit den ge-offenbarten Wahrheiten zu vereinigen suchte?

In den ersten drey Jahrhunderten wußte man vonder Anbetung der Heiligen nichts. Man findet wohl,daß das Andenken der Apostel und Märtyrer den er-sten Christen kostbar und heilig war; allein man kannvor dem vierten Jahrhunderte keinen Tempel zeigen/in welchem die Bildnisse der Heiligen aufgestellt wor-den wären. Man ließ damals die Ehre, die Gott allein gehörte, ihn noch nicht mit den Geschöpfen theilen.Origenes , welcher die Anbetung eines einzigen Gottes soherzhaft wider die Heiden vertheidigte , schloß dieApostel und Heiligen ausdrücklich von denen aus, ausdie man sein Vertrauen seßen soll*. Die Arianer,welche die Gottheit Christi leugneten, und ihm doch gött-liche Ehre erwiesen, wurden darum von den Recht-gläubigen der Abgötterey beschuldigt Die Ehr-furcht, die man in dem vierten Jahrhunderte, und inden nachfolgenden Zeiten den Märtyrern erwies, wur-de übertrieben. Die Heiden bemerkten diese großeVeränderung in der Religion, und MarimuS vonMadaura schrieb an den heiligen Augustin, er wun-derte sich, daß man den Jupiter, den Donnerer,mit einem Mygdonius, und die Juno mit einer Saleavertauscht hätte . Die übertriebnen Lobsprüche,welche die christlichen Redner den Märtyrern gaben,

die

* Orlg. contr. 015.1. 4. x. 177. 194. libr. S. x. 4Z0, InJerem. rc>m. I. p. 6zz.

I^ovar, äe l'rlnir. c. 14. ^rlisn. äe incarn.verb.tom.I. p. 59z, t^rill. Hierolol^m. LarecK. l2. p. 104.

lVlaxim. ^-mr. e^ilt, 16. Läit. Leneä.

z». 20. exilr. 17. x. »5.