Abhandlungen. 669
Bilder verdammen, so viel auch ihre abgöttischeVerehrung zu seiner zeitlichen Größe beygetragenhatte. Man dachte in fünfzehn Iahren an dieKirchenverjammlung des Kaisers nicht. Endlich ver-dammte Stephanus, der vierte, in einer Versamm-lung seiner Bischöfe die Feinde des Bilderdienstes".Allein diese Verdammung that der constantino?olira-mschen Kirchenversammlung keinen Schaden, so langeein Kaiser lebte, welcher das Ansehen ihrer Verord-nungen mit seiner Macht erhalten konnte.
Constantin starb/ und Irene gelangte zur Regierung.Nunmehr erhielten die Angelegenheiten der Bildcran-beter ein glücklichers Ansehen. Irene war eine hoch-müthige Prinzeßinn; allein ihr Hochmuth verkleidetesich in das Ansehen der Religion und Andacht. Sieverlangte den Ruhm einer heiligen Prinzeßinn, und die-sen konnte sie leicht erlangen, ohne heilig zu seyn / wennsie die Bildnisse der Märtyrer an ihren Verächternund Zerstörern rächte. Sie faßte also den Entschluß,den verfallnen Bilderdienst wieder in Aufnehmen zubringen. Es geschah vermuthlich auf ihre Veran-staltung, daß sich Paulus , der Patriarch zu Constan-linopel, ins Kloster begab, und daselbst in Gegenwartder Kaiserinn und ihrer Rathe öffentlich bedauerte, daßer so lange Zeit die Regierung einer irrenden Kirchegeführt hatte. Die Verehrer der Bilder erzählenvon ihm, daß seine Reue in Thränen ausgebrochen,und er vor Schmerzen plötzlich gestorben sey. Siesehte den Tarasius, einen von ihren Staatssecreta-ren, und einen Läyen in die erledigte Stelle des Pa-triarchen, welcher sich aber anstellte, als wenn er diebischöfliche Würde nicht annehmen wollte, wenn ihm
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' LoncUc Komzn. lud 5rcxl,. IV. ax. tlarä. rom. z. x. Zviz.