Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
670
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67O Anhang einiger hiftorisch-critischen

nicht eine allgemeine Kirchenversammlung zugesagtwürde. Irene befahl also den Bischöfen, sich in Con-stantinopel zu versammeln; allein die Bischöfe, derPöbel und die Soldaten, waren noch allzusehr widerdie Bilder und ihre Anbetung eingenommen, als daßdiese Zusammenkunft einen glücklichen Ausgang hättehaben können. Es entstund ein Aufruhr, und manwurde genöthigt, die Versammlung zu verschieben*.Unterdessen entfernte die Kaiserinn, unter dem Vor-wande, daß die Saracenen ins Reich eingefallen wä-re»/ alle Kriegsvölker aus Constantinopel, welchenicht völlig ihres Sinnes waren, und zog unter demStauracius andre Völker in die Stadt. Nachdemein Jahr verflossen war, kamen die Bischöse in Ni-caa in einer großen Anzahl, mit einer noch größernMenge von Mönchen zusammen. Man streitet/ obdie Patriarchen Legaten zu dieser Versammlung ge-schickt haben oder nicht; die Unmöglichkeit, welche sieverhindert hatte, zu der Versammlung des Constantinuszukommen, war noch vorhanden; denn die Macht undGrausamkeit der Saracenen hatte sich noch weiter aus-gebreitet und vermehrt . Unterdessen waren einigeMönche zugegen, welche sich für die Legaten der Pa-triarchen ausgaben. Die Legaten des Pabstes schei-nen den vornehmsten Rang gehabt zu haben, dennsie unterschrieben sich zuerst. Man macht ihnen denVorsitz streitig, weil Tarasius der erste und vornehm-ste und derPrasident der Versammlung genannt wird.

Sie dauerte nicht gar lange; in achtzehn bis neun-zehn Tagen hatte man vier wichtige Stücke zur Rich-tigkeit gebracht. Man hatte ausgemacht, wie mandie Bischöfe, welche die Anbetung der Bilder annäh-men,

* (!onc. I^icsen. II. zK. i. p. 26 ap. Ilzrck. tom. IV.Ljzznkeim. HIK. IinsZ. ZeÄ. 6. x. z8o.