Abhandlungen.
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dämmte vor vierhundert Iahren die Ariuner nicht eher,bis man ihre Gründe angehört und widerlegt hatte.Man war eben so geschwind und eilfertig, als gemalt-thatig. In achtzehn Tagen waren alle Untersuchun-gen vorbey, zu denen die Väter der constantinopolita--nischen Versammlung sechs Monate gebraucht hatten»Der nicanischen fehlten also zwo wesentliche Eigen-schaften, die eine Versammlung haben muß, welcheeine Lehrerinn und Richterinn des Glaubens seyn will,nämlich die Freyheit und die Bedachtsamkeit.
Die Bischöfe, welche zu Constantinopel versam-melt gewesen waren, hatten zu ihren Auösprüchen stär-kere Gründe. Ein Theil von ihnen ist uns in denActen der andern nicänischen Versammlung zu ihrerSchande erhalten worden. Die Väter der constan-tinopolitanischen behaupteten, daß man die BildnisseChristi nicht anbeten sollte. Kann man die Gottheitmahlen, sagten sie? Sie wird eingeschränkt, so baldman dieses thut, und man ist in einer offenbaren Ge-fahr, daß man sich nicht so erhabne und große Vor-stellungen davon macht, als man sich davon machensoll. Mahlt man Christum in seiner Menschheit, soist man einer neuen Gefahr ausgesetzt, der Gefahr indie nestorianische Ketzerey zu verfallen, und in seinerAnbetung beyde Naturen in Christo zu trennen. Sieführten die Stellen aus der Schrift an, wo den Men-schen mit einem so großen Ernste untersagt wird, vonGott kein Gleichniß und kein Bild zu machen. Siebehaupteten, daß vornehmlich die Christen zu dieserPflicht verbunden wären, weil Christus selbst von ih-nen verlangte, daß sie im Geiste und in der Wahrheitanbeten sollten. Was die Anbetung der Bilder derHeiligen und Märtyrer anbelangte, so hielt man sie
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