Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
678
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678 Anhang einiger histortsch-critischm

Die nicänische Kirchenversammlung hatte im An-fange viel widrige Schicksal? zu erfahren. Sie wur-de fast von allen abendlandischen Bischöfen, welchenicht von dem Pabste abdingen, verdammt. Carl, derGroße, hatte zu Frankfurt eine Versammlung der Bi-schöfe berufen, morinncn die Verordnungen der con-stantinopoliranischen und der nicänischen Kirchenver-sammlung untersucht wurden. Nach einer strengenVergleichimg geschah wider den Willen des Hadria-nus und seiner -Legaten der Ausspruch, daß es zwarkeine Gottlosigkeit wäre, die Bildnisse der Heiligen inden Tempeln zu haben, um sich dadurch an ihre Tu-genden zu erinnern, daß es aber die Christen, als einVerbrechen, ansehen müßten, sie anzubeten und ihneneine gottesdienstliche Ehre zu erweisen. Carl, der Eros-se, schrieb selbst wider die Anbetung der Bilder vierBücher, und beschuldigte die nicänischen Verordnun-gen der Gottlosigkeit, der Thorheit und Ungereimt-heit.

Das sind die Schicksale der andern nicänischen so-genannten allgemeinen Kirchcnversammlung. Wennman umständlicher von der Geschichte des Bilderdien-stes unterrichtet seyn will, so wird man seine Neube-gierde im Hospinian, Daille, Spanheim, und Bas-nage vollkommen befriedigen können. Man muß diegöttlichen Gerichte anbeten, die Gott über seine Kir-che kommen ließ, indem sie mit so großen Finsternis-sen und Irrthümern verdunkelt warb. Er zeigte derWelt, daß sie sehr leicht wieder in den Aberglauben,und selbst in die Abgötterey zurückfallen könnte, wenner nicht ihren Verstand erleuchtete. Sie hatten mitihren Streitigkeiten, Zankereyen, und Keßercycn diese

schreckli-

* Viä. Ilbr. I. c> -5. libr. II. c, 19. Übr. III. c. zo.