68c> Anhang einiger historisch - critischen
Wahrheiten ist, welche zur Seligkeit nothwendig sind.Es sind einige unter ihnen so weit gegangen, daß siegesagt haben: die heilige Schrift würde nicht mehrGlauben verdienen, alsTilusLiviuS*, oder alödieFa-beln des Aesovus, wenn sie nicht von der' Kirche ihrAnsehen erhielte. Das sey fern von uns, daß wirallen Vertheidigern der römischen Kirche solche Mey-nungen zutrauen sollten! Aber so weit gehen doch,wo nicht alle, doch die Meisten unter ihnen, daß sie dieKirche zur unfehlbaren Richterinn der Wahrheiten ma-chen, welche die Menschen annehmen sollen, wenn sieselig zu werden wünschen, und daß sie ihr allen Glaubender Menschen unterwerfen wollen, ohne ihnen die Frey-heit! zu lassen, die Aussprüche dieser Lehrerinn zu unstersuchen. Der Bischof Äojsvet scheint unter denen zuseyn, welche von uns verlangen können, daß wir denZeugnissen der Menschen mehr glauben sollen, als denG>4!j S. Zeugnissen Gottes. lVenn unser Verstand, sagt er,der von Natur ungewiß, und durch seine Unge-wißheit ein Gaukelspiel seiner eignen Dcrnunfc-jchiüsie geworden ist, in den Fragen von seiner" Seligkeit.' durch ein unstreitiges Urtheil gewißgemacht, und gleichsam zur N)ahrheic bestimmtwerden muß; welch Ansehen ist größer, als dasAnsehen der katholischen Rirche, weiche in sichselbst das Ansehen aller vergangnen Jahrhun-derte, und der alten Traditionen des menschli?chen Geschlechtes begreift, und also bis auf denUrsprung aller Dinge zurückgeht.
Diese Lehre der römischen Kirche, welche Vossvecmit der Kunst der Bcredtsamkeit in seine Geschichte
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* datecliikme 6s; tüonrrovsr5o5 par le?ere Ls^le, re». kurc nzr ^iver, yueK. 12. äe I' Lcrirure.