688 Anhang einiger historisch-critischen
dem sie gehen. Es ist so gewiß/daß dieseschädliche Lehre allein von oer Trägheit desmenschlichen Herzens Unterstufe wird, daß selbstm der wahren Dirche, wo man die Menschenbeständig ermähnt, die Geheimnisse der Reli-mon selbst zu untersuchen, die Meisten einschla-gen, und eines fremden Glaubens leben
Man entzieht dadurch, daß man die Wahrheitender Religion selbst untersuchen darf, der Kirche ihrAnsehen nicht; mansetztihm nurseinegchörigenGren-zen. Wenn man die Wahrheit gefunden hat, so istes eine außerordentliche Beruhigung für ein edlesHerz, wenn man sieht, daß sie von allen Jahrhunder-ten, und durch den Glauben unzahliger Menschen be-zeugt wird. Die Hochachtung für die Religion, unddie Dankbarkeit gegen die Güte Gottes, der ihr einesolche Stärke giebt/ daß sie so viele Menschen erleuch-ten kann, wird vermehrt. Der Haß gegen die Irr-thümer nimmt zu, wenn uns die Geschichte lehrt, daß,so längs Zeit sie auch durch den Beystand dermenschlichen Leidenschaften erhalten werden, doch end-lich wieder untergehen müssen.
Allein eben dieses Ansehen, das die Kirche hat/muß sie von der Wahrheit selbst und von der heiligenSchrift erhalten. Das ist die Lehre aller Väter, undsie wird durch die ganze Kirchengeschichte bestätigt.Wir brauchen nur einige Zeugnisse davon anzuführen.Die heilige Schrift war bey der nicanischen Kirchen-Versammlung die einzige Richterinn des Glaubens.Als Constcmtin, der Große, die Bischöfe ermähnte, dieLehre des Arius zu untersuchen, so sagte er zu der Ver-sammlung: Die Schriften der Evangelisten und
Apostel,
* I/Lchrir äe Uonlleur ^mauä, wm. II. x. 97.