Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
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20 Einleitung in die allgsm. Geschichte

Jahr nach stürzen, als wie sie die Feinde des Reiches überwin-Chr. Geb. wollten, verursachten, daß der Feldzug fruchtlosablief, und der zur Hülfe gerufene Abdaramen vonCorduba eine unsägliche Beute in Sicherheit brin-gen konnte.

829 Alle diese Unruhen waren nichts gegen diejenigen,welche die Gemahlinn des Kaisers, Judith, seine dreyregierenden Söhne, und diejenigen Großen, welchedurch die Schwächung der kaiserlichen Gewalt sichnothwendig zu machen, und selbst eine furchtbareMacht zu erhalten suchten, mitten in der Familie desKaisers erregten. Judith wollte ihrem Sohne,Carln, dem Kahlen, eben so viele Länder verschaffen,als Ludwig in Bayern, Lothar und Pipin besaßen.Dieser Wunsch konnte nicht befriedigt werden, ohneeine neue Theilung vorzunehmen. Gleichwohl hattesie eine allzugroße Herrschaft über das Gemüth ih-res Gemahls, als daß er sich ihrem Willen hätte wi-dersetzen sollen, ob er gleich die widrigen Folgen da-von übersah. Ihr Sohn erhielt also Allemannien.Die Eifersucht seiner Brüder erwachte hierauf, undwurde noch mehr durch die Miövergnügten aufge-wiegelt, die, entweder der Kaifer wegen ihrer Undank-barkeit und Untreue bestraft, oder Judith durch ihreHerrschaft, wenn sie nicht in ihre Absichten willigen

Zzc> wollten, gekränkt hatte. Nun empörten sich Kinderwider einen Vater, dessen Güte sie die Macht zu dan-ken hatten, Aufrührer zu werden. Pipin führte dieNebellen an. Ihre Unternehmungen wurden vonden Bischöfen nicht allein gebilligt, sondern auch un-terstützt. Ludwig wollte sich zwar auf seinem Throneerhalten; er versammelte ein Kriegsheer, und wollteseinem Sohne damit entgegen gehen. Allein was

konnte