22 Einleitung m W allgem. Geschichte
5iahr nach Michael, der Stammler, war im Oriente gestor-Chr. Gcb. Sohn, Theophilus, folgte ihm in der
Regierung, ein großmüthiger Fürst, der größteFreund der Gerechtigkeit, aber ein Feind der Bilder-anbetung, gütig gegen seine Unterthanen, empfindlichgegen ihr Unglück, mitleidig bey ihren Klagen, undwillig zu ihrer Befriedigung. Er hatte Religion,und war so eifrig im Gottesdienste, daß er selbst vor-treffliche geistliche Gesänge verfertigte. Aller diesergroßen Eigenschaften ungeachtet, war er den christli-chen Götzendienern ein Lasterhafter, ein Feind Gottes,ein Verfluchter. Den Antritt seiner Regierungmachte er durch eine sehr edle That herrlich. Eropferte sogar das Andenken seines Vaters seiner Liebezur Gerechtigkeit auf. Er übte Rache an denen,welche den Kaiser Leo umgebracht hatten, ob solchesgleich mit der Einwilligung seines Vaters geschehenwar; eine Handlung, die noch größer und edler ge-wesen seyn würde, wenn er sich nicht der Verstellung,eines einem großen Prinzen allemal unanständigeilMittels, zur Entdeckung der Schuldigen bedienthatte» Er bewies freylich eine große Strenge gegendie Anbeter der Bilder; allein sie wurde von ihnengrößer abgebildet, als sie war. Er suchte seinenZZs Vorzug allezeit in einem edlen Bezeigen. Er gabeinen Beweis davon, als seine Gemahlinn, Theodora,auf seine Rechnung ein Schiff mit reichen Waarenbeladen hatte kommen lassen. Kaum erfuhr er sol-ches, als er in einen edlen Unwillen darüber gerieth,daß seine Gemahlinn einen Kaufmann aus einemKaiser machen wollte. Er ließ auch dasselbe ver-brennen , so bald es in den Hafen eingelaufen war.^l-ZZz Sein Glück wider die Saracenen war veränderlich.
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