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Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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der Welt. Erster Abschnitt. 2z

In drey Schlachten ward er überwunden, und zwey- Jabr nachmal trug er den Sieg über sie davon. Er liebte ^l>'die Pracht, und äußerte solche besonders durch kost-bare Geschenke an auswärtige Hose.

Um diese Zeit gab Paschasitis Radbert, ein Mönch,niit seiner Schrift, von der Gegenwart des Leibes undBlutes Christi im Abendmale, zu einigen Streitig-keiten in der Kirche Anlaß. Er wollte die Art dieserGegenwart, dieses Geheimniß für uns erklären, undbehauptete, daß Brod und Wein in den Leib und indas Blut Christi verwandelt würden. Er fand zwarWiderspruch ; allein zum Glücke für ihn liebte man indiesen Zeiten alles Wunderbare, wenn es auch wider-sprechend war, und so wurde seine Meynung nach undNach der Glaube der ganzen Kirche.

Ludwig genoß die Früchte der Aussöhnung mitseinen Kindern nicht lange. Sie waren des Unge-horsames gewohnt. Er gab durch eine neue Thei-lung ihrer Lander, welche seine Gemahlinn auswirkte,Anlaß zum Misvcrgnügen, das bald darauf in ei- 8z2nen offenbaren Aufstand ausbrach. Sie zogen die /.französischen Bischöfe in ihr Verbrechen, damit siedurch die Gewalt, welche dieselben über die Gemü- "ther des Volks hatten, ihrem unnatürlichen Versah- ,-,^.ren einen blendenden Anschein geben, und dasselbe e.^m?«?.durch ihre Aussprüche heiligen sollten. Gregorius, ^./-».-/ov.der vierte, war um eben diese Zeit nach dem TodeValentinus, des Nachfolgers vom Eugen, dem zwey-ten, zum römischen Bischöfe erwählt, und von Lo-tharn , Italiens Beherrschern, wider seinen Vatereingenommen worden. Man konnte die unglückli-chen Schicksale des Kaisers vorher sehen, sobald der-jenige, welcher das Haupt der Bischöfe seyn, und ei-

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