24 Einleitung in die allgem. Geschichte
I ihr nach neu Statthalter Gottes auf der Erde vorstellen wollte,Chr. Geb. 5^,, Aufruhr der Kinder wider ihren Vater billigte.Umsonst drohten ihm die deutschen Bischöfe mit demBanne, wenn er Ludwigen, der seine Kinder Un-terthänigkeit lehren wollte, in den Bann thun undunterdrücken helfen würde. Die römischen Bischöfewaren es schon gewohnt , andern Bischöfen, als Ge-bieter zu begegnen, und er antwortete den Deut-8ZZ schen mit einem mehr als unbischöflichen Stolze. Lud-wig ward also gezwungen, sich der Gnade seinesSohnes , Lothars, zu überlassen. Die Aufrührergiengen soweit, daß er von einer Versammlung ge-dungner und übermüthiger Bischöfe, die er mit Gü-tern überschüttet hatte, des Thrones verlustig erklärt,und zu einer feycrlichen Kirchenbuße verdammt wur-de. Ein schwacher Prinz, der sich so harten Gesetzenrebellischer Kinder unterwerfen konnte! Ein trauri-ges und rührendes Schauspiel, einen so großen Kai-ser, dessen ganzes Verbrechen eine allzugroße Güteund übertriebne Frömmigkeit war, von Bischöfen,die er aus dem niedrigsten Staube erhoben, und inPurpur gekleidet, hatte, in ein härnes Hemde einge-hüllt zu erblicken, und zu sehen, wie er vor treu-losen Kindern und Unterthanen sich, theils ungegrün-deter, theils lächerlicher, theils solcher Verbrechenschuldig bekennen mußte, vor welche eigentlich siezur Strafe hätten gezogen werden sollen! Ein sograusames Verfahren erweckte das Mitleiden, undzugleich den Muth der Redlichen, welche sich ungernvom Stroms hatten fortreißen lassen. Sie suchtenihren rechtmäßigen Beherrscher wieder aufden Thronzu erheben, welchen ihm eine gemisbrauchte Machtf-cr.uibt hatte. Ludwig und Pipin, mehr von ihrem
eigenen