der Welt. Erster Abschnitt. ?9
Lander unter sein Joch beugen wollte, mußte von die- Jahr nachsen Räubern den Frieden einmal über das andere ^erkaufen. Er hatte sich Italiens bemächtigt, undkonnte doch seine neuen Unterthanen nicht gegen dieWut der Saracenen beschützen. Sie hatten Untcr-italien erobert, und befestigten daselbst ihre Herrschaft,weil sich nicht allein viele misvcrgnügte Fürsten , son-dern so gar viele Bischöfe, mit ihnen vereinigten.Der römische Bischof, Johann der achte, Hadrianus 872dcö zweyten Nachfolger, konnte sie von Rom nicht 876anders, als durch einen ansehnlichen Tribut, zurück-halten. Also stimmten die eigennützigen Schmeiche-leyen dieses Pabstes, welcher Carln einen Erretterder Welt gepriesen hatte, als er ihn in Hoffnunggroßer Vortheile widerrechtlich zum Kaiser erwählte,mit dem Erfolge nicht überein. Der Kaiser ließ sich 87?zwar endlich bewegen, nach Italien zu kommen.Allein da ihn Carlomann, der König der Bayern ,daselbst verfolgte, so gerieth er in ein so großesSchrecken, daß er eilig die Flucht ergriff, und zuBrios, entweder von vielen erlittnen Beschwerlich-keiten abgemattet, oder von seinem Arzte, ZedckiaS,einem Juden, vergiftet, in der elendesten Hütte einLeben verließ, das von bestandigen Unruhen eines ^-L-niedrigen Ehrgeizes erfüllt, von großen und edlenThaten aber ganz leer gewesen war.
Sein Tod stürzte Italien in eine schreckliche Ver- 878wirrung. Ludwig, der Stammler, konnte sich kaumin Frankreich erhalten. Er durfte also nickt nachder kaiserlichen Krone streben, sondern mußte sie LemKönige der Bayern überlassen. Er verrichtete, wah-rend seiner Regierung, nichts, das der Geschichte merk-würdig gewesen wäre, und starb. Seine hinterlasse- 879
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