Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 
  

der Welt. Erster Abschnitt. 41

ln seinen französischen und deutschen Landen wüteten, Zchr nacheinen schimpflichen Frieden erkaufen mußte; So ^r. Geb.schien es doch, als ob sich unter ihm die abcndlän- 88>. 882dische Monarchie zu ihrer vormaligen Größe erhebenwurde. Denn der bayrische König Carlomann, Lud- 88^wig von Deutschland , und Caulomann in Frank- 882reich, waren gestorben. Die Länder der beyden er- L85sten Könige sielen, vermöge des Erbrechtes, auf ihn.Der letztere hatte zwar einen Sohn, Carln den Ein-faltigen, hinterlassen; Allein weil er erst fünf Jahralt war: So trugen die Stande von Frankreich ,welche unter keinemKinde stehen wollten, und Schutzwider die Normannen suchten, dem Kaiser die Kro-ne an. Zum Unglücke besaß er die großen Eigen-schaften seines AnHerrn, Carl des Großen, nicht, undkonnte also die Wünsche seiner Reiche nicht befriedi-gen, Italien nicht wider die Saracenen, und Frank-reich und Deutschland nicht wider die Normannen,beschützen. Dadurch ward er allen seinen Ständenverächtlich. Die Italiener nöthigten den Pabst,Hadricm den dritten, daß er zwo den kaiserlichen Ge-rechtsamen sehr nachtheilige Verordnungen machte,und erklärte, daß der zukünftige Nachfolger des Kai-sers allezeit ein italienischer Fürst seyn, und kein Kai-ser bey keiner Wahl der römischen Bischöfe etwasmehr zu sagen haben sollte. Die deutschen Stände 886empörten sich auch. Sie waren, seiner Schwachheit ^'"'">wegen, des Gehorsams schon lange entwohnt, undgehorchten seinen Befehlen nicht weiter, als sie ihren ^Vortheil dabey fanden. Sie erklärten ihn für unfä-hig, länger zu regieren, und erwählten Arnolfen^den Herzog von Kärnthen, CarlmannS von Bayern unachten Sohn, aus Vertrauen zu seiner Tapferkeit,

C 5 zu.