Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 
  

der Welt. Erster Abschnitt. 4?

Im Occidente herrschte eine allgemeine Verroir- Jahr «achrung. Fast alle Großen suchten einen Theil dieser Geb.Monarchie an sich zu reißen. Berengar, der Her- 888- 889zog zu Friaul, ließ sich zum Könige der Lombardei )krönen. In Frankreich theilten sich Rudolph vonBurgund, Odom vonAquitauicn, Widv, der Her-zog von Spoleto, und Carl, der Einfältige, Lud-wigs, des Stammlers, Sohn wurde Übergängen.Odo nahm den Namen eines Königes von Frank-reich , und Nudolph den Namen eines Königes voüBurgund an. Beyde erkannten, damit sie desto sich-rer auf ihren Thronen waren, Arnolfs Oberherr-schaft. Dieser stürzte sie in dem Besitze derselbennicht. Denn gekrönte Vasallen schmeichelten nicht al-lein seinem Stolze, sondern er mußte auch, weiler Kaiser werden wollte, allen Hindernissen vorbeu-gen, welche den glücklichen Ausgang dieses Unter-nehmens aufhalten konnten. HMo, der Herzogvon Spoleto, sein Mitbuhler um diese Würde, be-kriegte Berengarn mit so vielem Glücke, daß er ihnüberwand, und vom Pabste, Formosus , zum Kai- 89tser gekrönt wurde. Denn die Wahl der römischenBischöfe war schon, seit vielen Jahren her, nicht aufRechte, oder Verdienste, sondern blos auf die über-wiegende Macht der darüber streitenden Parteyen, an-gekommen. So war FormosuS , ob er gleich widerdie Kirchengesetze erwählt worden war, ein rechtmä-ßig erwählter Pabst, weil die Macht seiner Parteygroß genug war, seinen Nebenbuhler, SergiuS, insGefängniß werfen zu lassen. Was die Heiligkeitanbetraf, so brauchte sie keiner eher zu haben, alsbis er Pabst wurde, weil sie mit seinem Amte ver-bunden war. Er konnte tausend Gewaltthätigkeiten

vcrrich-