Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
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der Welt. Erster Abschnitt. 5-

Macht seines Vaters lassen. Dieser sah ein solches Zahr nachUnternehmen als eine Ungerechtigkeit an, und suchceseine Rechte mit geivaffneter Hand zu behaupre». ^eS«^.Seinem Beyspiele folgten bald andre unter den 6""^-Großen des Reiches. In den Kriegen, die darüber /^.^ n«.entstunden, war Conrad die meiste Zeit unglücklich.Die Hunnen wußten sich dieser innerlichen Unruhen zu 57, o», ^ihrem Vortheile zu bedienen, und breiteten Verwü- ^ «-siung und Elend über ganz Deutschland aus. Siewurden zwar von dem böhmischen Herzoge, Wraris- 916laus, der sich im Anfange mit ihnen verbunden ge-habt hatte, wegen ihrer Treulosigkeit gcdemürhigt.Allein sie erholten sich bald, und fielen, nach seinemTode, wieder in Mähren ein, welches schon durch einegrausame Fürstinn, Drahomira, genug verwüstetwurde. Auch gereichte es Conraden zu keinem ge-ringen Kummer, daß seine Anschlage auf Lothringen zernichtet wurden, und Carl, der Einfältige, obgleichder Herzog Gieselbert wider ihn rebellirte, in demBesitze dieses Reichs blieb.

Berengar, der zweyte, welcher zeither nur den Na-men eines Königes der Lombardei ) geführt hatte, ließsich nunmehr von Johann, dem zehnten, zum Kaiserkrönen. Da er itzt keine Feinde mehr zu bestreikenhatte: so hatte er seine ganze Macht wider die Sa- c?^/.racenen wenden können, die sich auf dem Berge Ga- ^"^"/"lianus befestigt hatten, und von da aus alle benach- ^ '°Karten Gegenden mit ihren Strcifereyen beunruhig,ten. Jedoch der römische Bischof, der am meiste»dabey litt, mußte das meiste dabey thun, und er wares, der mit einem vorzüglichen Eifer diese Barbarenzu vertilgen suchte. Er verband sich nicht allein mitden mächtigsten Fürsten Italiens wider sie, sondern

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