Zweyter Abschnitt. »8?
genommen; er mag nun seinen Vyrhos und seineSige für bloße Kräfte, oder für wirkliche Selbststän--digkeiten seiner Gottheit gehalten haben. Sich selbstgab er für die erste höchste unselbständige Kraft die-seö Wesens aus, die alle Namen annähme, unter wel-chen ihn die Menschen verehren wollten. Er wollte un-ter den Juden als Sohn, unter den Samaritanern alsVater, und den übrigen Nationen als der heilige Geisterschienen seyn. Er führte eine lüderliche Dirne,Helena, oder Selene genannt, mit sich herum, die erzu Tyrus erkauft hatte, wo sie, als eine Sclavinn,der Wollust feil gewesen war. Er nannte sie En-noia, die erste Vorstellung seines Verstandes, undgab vor, daß die Engel und Erzengel durch sie er-schaffen worden wären. Er hätte, wie er sagte, dieAbsicht selbst gehabt, diese Geister und die Weltdurch sie zu erschaffen. Allein, sie war seinem Ent-schlüsse zuvorgekommen, hatte sich aus der Lulleherausbegeben, und die Aeonen und Engel geboh-ren, welche nachher die Welt erschufen. Diese Ae-onen waren zwar, als Ausflüsse der Ennoia, starkund mächtig genug, aber doch lange nicht so vollkom-men, als sie gewesen seyn würden, wenn sie mitseinem Vorwissen ihre Wirklichkeit erhalten hätten.Sie waren eben so begierig, neue Wesen hervorzu-bringen , als ihre vorwißige Mutter. Sie schufensich jeder einen Himmel, und sodann die Welt mitihren Bewohnern. Ihre Werke waren unvollkom-men. Sie hätten verbessert werden können, wennsie ihre Mutter, die Ennoia, zurück in die Fülleder Gottheit gelassen hätten. Allein diese ausgearte-ten Aeonen waren so stolz, daß sie ihren Ursprungverbergen und als ewige Götter verehret seyn wollten.