Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
186
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,86 Geschichte der christlichen Religion.

kehrete also zu seiner ersten Thorheit zurück, und er-weiterte sie mit neuen Thorheiten, damit er sich destoeher einen großen Anhang machen möchte. DieGeschichte seines Unsinnes ist voll Finsternisse. Iu-stmus, Irenaus, Clemens von Alexandrien,der Verfasser der clcmenrinischen Recognino-nen, Tercullianus, (Drigenes, iLpiphamus,Augustinus und andere unter den Alten, waren mitder orientalischen Philosophie nicht so sehr bekannt,daß sie alle seine Lehrsätze genug hatten verstehen undalso in der Erzählung derselben ganz mit einanderübereinstimmen können. Diese Finsternisse habenin den neuern Zeiten noch mehr zugenommen, da siemehr hatten aufgeklaret werden sollen. Denn ob mangleich eine größere Einsicht in die philosophischen Fa-beln der Morgenlander erlangthat: so hat dieselbedoch wenig dazu beygetragen,sein Lehrgebäude zuver-laßiger zu bestimmen, weil man ihn mehr zu einemphilosophischen Traumer, als zum Betrüger zu machenbeschlossen hatte. Und doch ist es sehr wahrschein-lich, daß er das letzte mehr, als das erste gewesensey. Man muß daher wohl den Ircnaus, welcherdie ersten KeHereyen sehr getreu abgeschildert hat,für den zuverläßigsten Geschichtschreiber dieses Ver-führers halten. Wir wollen also hören, was dieAlten von ihm erzählen.

Simon nahm ein einiges göttliches Wesen an,welches die höchsten Vollkommenheiten besitzen, vonEwigkeit her aber verborgen, allezeit ruhig und un-beschäfftigt gewesen seyn sollte. Er nannte dasselbeByrhos, die Tiefe, und Sige, die Stille; und esscheint, er habe eine gewisse Zweyeinigkeit, eine Kraftzu zeugen, und eine Kraft zu gebühren, darinnen an-

genom-