Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
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Zweyter Abschnitt. 185

setzten der christlichen Religion neue Lehrgebäude ent-gegen. Was sie aber vortrugen, war aus der un»reinen Quelle der morgenlandischen Philosophiegeschöpft. Da sie selbst für Erlöser der Welt gehal-ten seyn wollten: so würde man ihnen zu viel Ehreerweisen, wenn sie bloß unter die Ketzer, und nichtunter die offenbaren Feinde Jesu Christi gezähletwürden.

Simon, der Zauberer, war von Geburt ent- />e». /.,.weder ein Iüde oder ein Samaritaner. In Alexan- ^-drien hatte er sich in den Lehren der orientalischen 'Philosophie unterrichten lassen. In Samarien ^A./^.'rühmte er sich, eine große Rrafr Gottes zu seyn, z,.welche gekommen wäre, die Menschen von der Scla- l'/'-o.vcrey mißgünstiger Geister oder Aeonen zu erlösen.Er hatte die Kunst des Betrugs so sehr in seiner Ge-walt, daß es ihm glückte, das samaritanische Volk ^ 'so lange zu bezaubern, bis Philippus dahin kam,^.^.^.den Einwohnern Samariens Jesum verkündigte, und ^»cX-. ^s.seine Predigt durch Wunder bestätigte. Sie mach- ^- ^ ^7-ten einen so starken Eindruck auf ihn, daß er die ^christliche Religion annahm und sich taufen ließ. Al- ^ " 'lein seine ganze Bekehrung war eine bloße Verfiel- Upostelg. 8.lung. Er schmeichelte sich, daß er durä) die Taufe 5/. u.f.die Kraft Wunder zu thun empfangen, und sich da-durch in den Stand gesetzt sehen würde, mit einemweit glücklichern Erfolge zu betrügen, als vorher.Allein, da seine Hoffnung nicht erfüllet wurde, daPetrus ihm die Wundergaben nicht verkaufen wollte,ihn seiner schändlichen Absichten wegen bestrafte, undzu einer ernstlichen Buße vermahnte: so strebte er.iuseiner Wuth nach dem unseligen Verdienste, derWahrheit des Evangelii allen Abbruch zu thun. ErM 5 kehrere