Zweyter Abschnitt. -89,
Menschen dergleichen Vorschriften gegeben haben,damit sie dieselben desto eher zu Sclaven machten.Ich werde deswegen die W>'lt zerstören unv die Mei-nigen von ihrer Sclaverey frey machen. Für denLeid ist keine Auferstehung zu erwarten; denn derLeib ist Materie. Wenn man dem Berrüger glau-ben wollte: so war er von den Heiden unter demNamen deö Jupiters, und seine Helena unter demNamen der Minerva angebethet worden. Von sei-nen Priestern erzählet man, daß sie allen Ausschwei-fungen der Wollust, der Traumdeutung und aller«lcy Zauberkünsten ergeben gewesen wären. DieseNachricht ist nicht unglaublich; denn in der zoroa-striscben Philosophie war die L-Ilagie ein Geschenkder Gottheit.
So war allem Vermuthen nach die Lehre diesesberühmten Betrügers beschaffen. Theils war sieein philosophischer Roman; theils war sie ein unver-schämter Betrug. Nlosheim, dessen Name schoneine Lobeserhebung ist, glaubet, daß Simon, außer ^ -^'"«7.dem einigen ewigen Urwesen, auch die Materie als ^'ein ewiges thatiges Wesen angenommen, und vorge-geben habe, daß sie ebenfalls ihre Aeonen und En-gel erzeuget hatte. Allein, da die Träume dieses Ver-führers zoroastrisch sind, die zoroastrische Philosophieaber die Materie selbst für nichts wirkliches, son-dern in sofern sie etwas ist, für einen von Gott weitentfernten Ausfluß seines Wesens hält: so scheintes, daß man nach diesem Grundsatze alle Zeugnisseder Kirchenväter, welche ihn beschuldigen, er habedie Materie für ewig und thätig gehalten, verstehenund erklären müsse. Eben so muß man, wie michdcucht, in diesem Unsinne die Aeonen in der Fülle,
welche