,90 Geschichte der christlichen Religion.
welche außer dem Simon und seiner Ennoia, vomBythos erzeugt worden seyn sollen, genau von denschlimmern Aeonen unterscheiden, welche von Si-mons vorwitziger Gemahlinn außer dem Lichtraumeihr Wesen und Daseyn erhalten haben.
Jedoch es geschieht vielleicht diesem Verführerkein Unrecht, wenn man dafür halten will, daß erUngereimtheiten geglaubt habe, die mit der irrigenzoroastrischen Weisheit nicht bestehen können. Soviel ist indeß gewiß, daß er die Schöpfung der Weltnicht dem einigen göttlichen Urwesen, nicht einmalsich selbst, sondern denen, ohne sein Vorwissen, von derjLnnoia erzeugten Aeonen zuschrieb. Das wardie Ursache aller ihrer Unvollkommenheiten; unterihrer Tyrannen seufzete seine erste von ihm verirrteVorstellung, oder Ennoia ; unter ihnen warenauch die Menschen unglückselig. Wenn man wissenwill, warum er eine Verstoßung seiner Ennoia in soviele weibliche Körper annahm: so brauchet manauf keinen philosophischen Traum zu fallen.
Man zweifelt daran, daß er sich für den Va-ter, den Sohn, und den heiligen Geist ausgegebenhabe, ungeachtet solches Irenaus, Epiphaniusund Augustmus unter den Alten ausdrücklich bezeu-gen. Hält man vielleicht ein solches Vorgeben fürollzuunverschämt, als daß es einem Menschen hätteeinfallen können? Wenn man dieses glaubet: soweis man nicht, wie weit die Menschen in der Thor-heit und Unverschämtheit gehen können. Was hatnicht ein berüchtigter Eller von Rensdorf in un-sern Tagen gethan? Allein, man findet in den cle--memimschen Recognirionen Stellen, welche demZeugnisse des Irenäus widerstreiten? Simon, der
sich