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Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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Zweyter Abschnitt» M

sich in denselben mit dem Apostel Petrus unterredet,erkläret sich für einen Feind unsers Erlösers und nennt,'hn einen Zauberer? Doch warum glauben erleuch-tete Geschici!tschreiber der Erdichtung eines unbekann-ten Verfassers, der zum wenigsten erst im drittenJahrhunderte geschrieben hat, mehr, als dem Zeug-nisse des Irenaus , der im zweyten Jahrhundertelebte? Man wird nicht glauben, daß Petrus allesdas geredet habe, was ihn dieser verlarvte Schrift-steller reden laßt: warum soll das mehr wahr seyn,was er seinem Simon in den Mund leget? Wem»sich gleich Simon für Christum selbst ausgegebenhat: so bleibt er dennoch ein Feind desselben, weiler die Ehre, die einem Fremden gebühret, an sichreißen will. Die Juden und Samaritaner bethetenden wahren Gott unter dem Namen des Vaters an;die Christen vcrehreten Jesum Christum, als seinenSohn, und lehreten, daß der heilige Geist alle Na-tionen bekehren sollte. Die Heiden verehreten ihrenJupiter und räucherten einer Minerva. Was istglaublicher, als daß sich der Betrüger beredet habe,erwerde sich sowohl unter den Samaritanern, als auchunter den Christen, Jüden und Heiden einen gros-sen Anhang sammeln können, wenn er den Grund?sah festsetzte, daß er, die erste und feinste Kraftder Gottheit, alle Namen annähme, unter welchen '""^ ^ihn die Menschen verehren wollten; daß er in die- """" ^sem Verstände der Vater, der Sohn, der Geist undauch Jupiter, seine Helena aber die Minerva wäre;daß er unter den Jüden und Christen Wunder gethan -hatte, und als der heilige Geist noch mehr Wunder un-ter den Heiden verrieten würde? War es die Absichtdes Betrügers, göttlich verehret zu werden: so er-

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