Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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192
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192 Geschichte der christlichen Religion.

forderte es insbesondere sein Vortheil, sich für Chri-stum auszugeben. Die Gottheit des Erlösers warschon allzusehr bestätigt, und sein Name hatte schonden Orient mit so großem Erstaunen erfüllet, daßer keinen Christen zu verführen sich Hoffnung ina-chen durfte, wenn er die Erscheinung des Heilandesund seine Wunder hatte bestreiken und in Zweifelziehen wollen. Er war unverschämt; das ist ge-wiß : aber er war nicht einfältig. Es ist also wahr-scheinlich genug, daß er sich für Christum in der Ab-sicht ausgegeben habe, einen desto größern Anhangzu finden. Denn wenn fehlet es leicht einem boshaf-ten Herzen an einem listigen Verstände? Er hofftevielleicht, den Pöbel ohne Mühe zu betrügen, weiler ein Gaukler, und derjenigen Künste sehr machtigwar, durch welche die Leichtgläubigkeit geblendetwerden kann. Nur eine Schwierigkeit schien sichdiesem Vorgeben zu widerfetzen. Jesus war vonden Jüden gekreuziget worden. Diesem Einwürfeentfloh er entweder durch die unverschämte Aus-flucht, daß es nur das Ansehen gehabt'habe, alshätte er gelitten, oder auch durch das Vorgeben,man habe einen andern Zauberer gekreuzigct, in derMeynung, daß man ihn kreuzigte. Durch diesenletztern Weg wäre der Verfasser der clememinischei?Recognitionen mit dem Irenaus zu vereinigen.Doch man hat nicht nöthig, diesen Weg zu betreten,weil es ganz unwahrscheinlich ist, daß Simon, nachdem Verweise des Apostels Petrus , auf seine unver-schämte Anforderung jemals wieder mit demselbenzusammengekommen seyn sollte./. c. Man zweifelt mich, daß er seinen Anhängernalle Arten der Wollust zugelassen und in ihre Ver-^' ^' samni-