Zweyter Abschnitt. 19z
sammlungen sehr schändliche Geheimnisse der Bos-heit eingeführet habe. Man zweifelt ohne Grund,die morgenländische Philosophie richtete sich in derSittenlehre nach der Neigung ihrer Lehrer. Wa-^ ren sie wollüstig: so war alles erlaubt. Denn dieWer befleckten nur den Körper, weil sie ihren Ur-sprung nicht auö der Seele, sondern aus der Mate-rie nahmen. Da nun dieser einmal Materie war:was lag daran, c?b er ein wenig mehr Materie, würde, oder nicht? Simon, dem seine Helena sehrbequem war. gehöret? unter die Wollüstigen. Erwird also woi)l von seinen Anhängern nicht diestrengste Tugend gefodert haben. Eins andereFrage ist es, ob alles wahr sey, was die Sagevon ihren Ausschweifungen erzahlet. Man ist indiesem Stücke so bescheiden, wie Iustmus, derlNarrprer; man entscheidet nichts; vielleicht zwei- ^felr man auch an den meisten Erzählungen eines soungewissen Zeugen, als das Gerücht ist.
Stellet man sich das System dieses Betrügersalso vor: so begreift man ohne Mühe, wie sich seineAnhänger haben Christen nennen können. Daß sie ^/'/-/^u.sich also genannt haben , bezeuget Apiphanius.Ihr Anführer misbrauchte den Namen (5hris»us; ^-^«X^.dieser Name war, wie sich dieser Vater ausdrücket, ^-das Honig, welches er unter seine giftige tTlie-servurz mischte. Darf man sich wundern, daß sichseine Anhänger, besonders in denen Zeiten, Christennannten, wo ihr Ansehen immer mehr und mehrwuchs?
Vielleicht sind in der Geschichte dieses Betrü-gers noch einige Schwierigkeiten. Sollten einigeübrig seyn: so würde ihre Auflösung einen andernU. Theil. N Ort