Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
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22o Geschichte der christlichen Religion.

Jungfrauen , welche einer strengen Lebensart ergebent^/o/?. waren. .ChrysostomuS bezeuget solches ausdrücklich.v,>^'. Also findet die allgemeine Anmerkung, daß die er-sten Grundsätze der Gnostiker sowohl eine strenge, alseine weichliche und freche Moral zulassen, auch hierihre Statt.

Valentinus hatte mit den Lehrbegriffen seinerVorgänger sehr große Veränderungen vorgenommen.Die AnHanger, die er erhielt, verfuhren mit demscim'gen nicht besser. Die berühmtesten warenNlarcus, Gecundus, prolomaus, Colarba-sus, Flormus, Vlastus, und Herakleon, undhalten das eitele Glück, daß ihre Scbüler nach ihrenNamen, Marciren, oder Marcosier, Secun-dianer, prolomairen, Herakleonicen, unv Flo-^>?>S.^. xinianer genannt wurden. Man merket besonders^I"^"' von den «5>erakleoniren an, daß sie bey Sterbenden' ^ ' gewisse Gebrauche mit Oele, Balsam, und Wasserhatten, über sie betheten, und dieses für eine neueArt der Erlösung hielten. Sollte in ihren Gebrau-chen der Ursprung der letzten Oelung zu suchen seyn?

Nichts war so sehr zu bedauern, als daß sichauch Bardesanes , ein Syrer, mit seinem SohneHarmonius und Tarianus, ein Assyrier, beydeMänner, die um die christliche Religion fthr viel Ver-dienste hatten, einige valentinianische Irrthümer ge-Tatianus, fallen ließen. Tarianus hatte seinen Geschmack an^I/// ^' der halb morgenlandischen halb platonischen Philo-Z,^. fophie. Man findet die Spuren davon schon in sei-/,, ^. ^o. ner Schutzschrift für die christliche Religion. Nach-/.^ her machte er sein theologisches System dem valen,. .-,5. tinianischen invielen Lehrsätzen ähnlich. Seine Moral46. strenges und eben deswegen ein verführendes

Anse-