Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
221
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Zweyter Abschnitt. 221.

Ansehen. Er verboth den Bekennern seiner lehre dieEhe; fodcrte von ihnen eine immerwährende Keusch-heit, und. eine beständige Enthaltung von dem Flei-sche der Thiere, und dem Weine. Sie gebrauchtenvaher auch bey dem Abendmahls statt des WeinesWaiser. Ihrer Enthaltsamkeit wegen wurden sieAnkratiren; wegen des Wassers, das sie bey dem Enkrari-Abendmahle gebrauchten, Hvdroparastaren, und, ten.weil sie allen Gütern der Well einstigeren, und dieje-nigen, die einmal in eine große Sünde gefallen wa-ren , nicht in ihre Gemeinschaft wieder aufnahmen,Aporaccircn genannt. 'Sie selbst gaben sich ihrerschwärmerischen Heiligkeit wegen den Namen derReinen; und rühmeten such, Nachfolger der Apostelzu seyn.

Die Gelehrten haben sich über die Quellen dervalenrimanischen Irrthümer in verschiedene Mey-nungen getheilet. Einige haben sie in der platoni-schen Philosophie; andere in der Zxabbala der- ^"^-»5den finden wollen. Man kann diese verschiedenenMeynungen vereinigen, wenn man unter der plato-nischen Philosophie diejenige verstehen will, die imzweyten Jahrhunderte nach Christo in Alerandriengelehret wurde, und nichts anders, als eine seltsameVermischung der platonischen und zoroastrischen Lehr,begriffe war. Aus den Joecn der letztem Weisheitbestund auch die Aabbala oder geheime Gottcsge-lahrheir der Juden. Also war doch das zoroastrischeSystem von Gott und dem Ursprünge der Welt dieHauptquelle der valenrimanischen Lehren.

Aus eben dieser Quelle entsprangen auch die Leh- Gphiten.ren der Schlangenbrüder, ein Name, den ihnen ^.o«-ihre irrige Meynung von der Paradiesschlange er-

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