Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
229
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Zweyter Abschnitt. 229

Fasten am Sonnabende, dem Jüdengotte zu Trotze,cm. Sie suchten den Tod auf, und rühmeten sich,viele Märtyrer unter sick zu haben. Sie verab-scheueren die Ehe, und drangen sehr auf ein jung-fräuliche Leben.

Die rauhe Sittenlehre dieser beyden Verführer;denn sie tauften keinen, der nicht eine strenge Ent-haltung von der Ehe, dem Fleische, und dem Weineangetobete, fand viele Bewunderer unter den Syrernund Aegyvtern, die immer so viel schwarzes Bluthaben, daß sie einen Gesckmack daran finden können,sich selbst zu quälen. Allein, sie blieben nicht in al-len Lehrsätzen gleiches Sinnes mit ihnen. Sie theile-ten sich besonders in ihren Meynungen über die An-zahl und die Eigenschaften ihrer Grundwesen, po-rirus und Basllicus begnügeten sich mit zwo Gott-heiten. Lucian, Marcus, Megecius und Sy--neros sehten zu dem höchsten G^'tte und dem davonunterschiedenen Weltschöpfer noch den Teufel. Apcl-les nahm an, daß der Schöpfer der Welt mit derMaterie, aus welcher er sie nach dem Bilde derLichtwelt geschaffen hatte, von dem höchsten Gott er-zeuget wäre. Er gab auch seinem Christus nichtbloß einen Schattenleib, sondern einen himmlischenKörper, und näherte sich dadurch dem valeminia--mjchen Lehrgebäude. Von den menschlichen See-len glaubte er, daß sie sich dem Geschlechte nach voneinander unterschieden, und/nachdem sie weiblich odermännlich waren, einen verschiedenen Körper erhiel-ten. Severus, auch ein Marcionite, war beson-ders ein gcschworner Feind des weiblichen Ge-schlechts. Wenn man ihm glauben wollte: so wa-ren die weiblichen Seelen alle ganz ein Werk des

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