Zweyter Abschnitt. 2^
trüger. Denn der Irrthum hat allezeit die Hülfedcs Betrugs nothig, wenn er sich ausbreiten undAnhänger sammeln will. Er mußte sich wider denWiderspruch der Wahrheit, und besonders widerdie göttliche Offenbarung retten, weiche den Recht-gläubige!, beystund. Diese hatten beynahe nichts zuthun, als den Irrenden bloß das göttliche Ansehender Apostel entgegen zu setzen. Wie viele Künstehatten sie also nicht nöthig, so unüberwindlichenBeweisen der Wahrheit auszuweichen! Bald rühme-ten sie sich, eben so alte göttliche Bücher zu haben,aus welchen sie ihre falsche Weisheit schöpfcten, alsdie Christen. Sie beriefen sich deswegen auf die er-dichteten Schriften Abrahams , Zoroastcrs, desAllogenes, eines Varcabdas, parchors, Hysta-spes, und anderer alten berühmten und unberühm-ren Weifen. Bald bezogen sie sich auf einen gehei- />e». /.,.men Unterricht Jesu Christi , seiner Apostel und ihrer ^ V-Jünger, der unter ihnen von einem auf den andernfortgepflanzet worden seyn sollte. Ein Vasllideswollte von dem Apostel Matthias, und von einemGlaucias, einem Jünger des Apostels Pctruö, un-terrichtet seyn, und berief sich überdies) auf eineWeißagung Chams, und auf ein eigenes Evange-lium. Valenrinus rühmte sich, den Theudas, einenJünger des Apostels Paulus, gehöret zu haben.
A/e jüngern Gnostiker wurden unverschämter.Bald verwarfen sie die Schriften des alten Testaments,als Eingebungen eines niedrigen AeonS; bald er-sireckcten sie ihre feindseligen Angriffe auch auf dieBücher des neuen Bundes. So verwarfen dieBasilidianer, Marcioniren und Severianer dasalte Testament, die Apostelgeschichte, und die pauli-
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