Zweyter Abschnitt. 2zz
dl'gen anvertrauen? Daher führeten einige das py-thagoräische Stillschweigen unter ihren Schülern ein.Sie redeten, wenn sie jemand verführen wollten, /, e»./. ^im Anfange die Sprache der Rechtgläubigen. Hat- c.ten sie sich bey einigen Neigung und Vertrauen er-worben: so legeten sie denselben allerley Fragen vor,in der Absicht, daß die, so ihnen zuhöreten, Unge-reimtheiten in den Lehren der Rechtgläubigen finden,und die Wahrheit bey ihnen suchen sollten. Ließensich die Unvorsichtigen verführen, so verlangeten sievon ihnen ein vollkommenes Vertrauen in ihre Aus-sprüche. Wurden sie um Erläuterungen gefragt: soschwiegen sie; sahen diejenigen, welche so verwegenwaren, als Menschen an, welche der Wahrheit >nicht fähig waren, und rechneten sie unter die thie-rischen Menschen. Fraget man einen von den Va-lentinianern, saget Tertullian , was eigentlichihre Lehre sey: so antworten sie mir einemernsthaften Gesichte, und mit einer Mine vollStolz, daß sie ein großes Geheimniß sey.Habet ihr Gefchicklichkeic genug, auf eine nä-here Erklärung zu dringen: so bekennen sie inzweideutigen und verfänglichen Ausdrückenunfern Glauben. Bemerken sie, daß ihr ihrewahren Meynungen entdecket: fo leugnen sie.Diese Sorgsalt, ihre Lehren göheim zu halten, warUrsache, daß sie nicht gleich in ihrem Ursprüngewiderlegt werden konnten, weil sie nicht bekanntwaren.
Doch es ist die Art aller Irrthümer, sich unter-einander selbst aufzureiben. Alle gnostifche Haufenstimmcten in der Grundlehre überein, daß die Schö-pfung der Welt nicht der Gottheit, sondern ihren
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